Neu im Netzwerk: Local Unverpackt Ratingen

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Passend zum Start ihres Crowdfundings sind die Gründer des ersten Unverpackt-Ladens in Ratingen Mitglied des lokalen Nachhaltigkeitsnetzwerkes geworden. Noch bis zum 10. Juni könnt ihr auf Startnext die gemeinsame Finanzierung unterstützen, wir stellen euch die drei aber jetzt schon mal vor.

Die drei Gründer Nils Hermanns, Norman Schröder und Marvin Hermanns sind in Ratingen geboren und aufgewachsen und schon lange befreundet. Die Idee zur Eröffnung eines eigenen Geschäftes zum unverpackten Einkaufen entstand ganz zufällig, als Nils sich in einem örtlichen Drogeriemarkt über die Masse an Plastikverpackungen empörte, woraufhin Marvin ihm vorschlug, „doch einen eigenen Unverpacktladen in Ratingen zu eröffnen“. Dem vorausgegangen war ein etwa zweijähriger Prozess, in dem der gelernte Kaufmann und BWL/VWL-Student Nils und der Wirtschaftsinformatikstudent Marvin begannen, sich mit Müllvermeidung, Minimalismus, Veganismus und Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Vor allem die Entscheidung für eine vegane Ernährungsweise stellte die beiden in Ratingen vor die Aufgabe, Lokale und Geschäfte zu finden, in denen ein tierproduktfreies Angebot vorhanden ist. Nach ersten Besuchen in anderen Unverpacktläden der Region (u.a. in Düsseldorf) wurde klar, dass so etwas auch in Ratingen möglich und nötig ist.

Die Gründer von Local Unverpackt Ratingen (v.l.: Marvin Hermanns, Nils Hermanns (hinten), Norman Schröder) und Julia Merkelbach vom Nachhaltigkeitsnetzwerk – allen gefällt das Projekt!

Auch bei unserem Treffen entscheiden wir uns letztendlich nur für Heißgetränke, da es bisher kein Lokal in Ratingen gibt, das ein dauerhaft veganes Angebot hat. Auch diese Lücke wollen die Gründer mit ihrem Laden „Local Ratingen“ (in Anlehnung an „lokal“ ) schließen – neben einem Angebot an unverpackten Waren soll es ein vegetarisch-veganes Bistro im Ladengeschäft geben, das ebenfalls möglichst verpackungs- und abfallfrei wirtschaftet. Um die Ratinger Kundschaft nicht mit dem Wort „vegan“ zu verschrecken, welches fälschlicherweise häufig mit Verzicht und trockenen Körnerspeisen assoziiert wird, soll das Angebot bewusst vegetarisch und vegan sein.

Die Unternehmensgründung war der nächste Schritt und erfolgte im Oktober 2018. Seitdem hat sich einiges getan, zuletzt startete am 26. April die Finanzierungsphase im Crowdfunding. Dank der guten Verbindungen in die Ratinger Stadtgesellschaft und dem Engagement von Norman Schröder, Mitarbeiter des Jugendamtes und auf Stadt- und Kreisebene politisch aktiv, hofft das Trio auf viele interessierte Bürger*innen, die mit ihnen gemeinsam dem Verpackungswahn den Kampf ansagen wollen – immerhin ist Deutschland zum wiederholten Male in Folge an der Spitze des produzierten Verpackungsmülls pro Kopf und Jahr in Europa. In Plastik eingeschweißtes Gemüse, Plastikumverpackungen in Kartonboxen, Tetrapacks und Einwegflaschen sollen in Ratingen bald leichter zu umgehen sein

Momentan ist man auf der Suche nach einem Ladenlokal in Ratingen-Mitte, das ausreichend Platz und Lagermöglichkeiten bietet. Da die unverpackten Waren in großen Gebinden und Mehrwegbehältern geliefert werden, wird ein trockenes und geräumiges Lager benötigt. Das Angebot soll dabei möglichst regional und saionsal sein und neben Obst, Gemüse, Eiern und Milchprodukten auch trockene Lebensmittel wie Getreide, Nudeln, Müsli, Trockenfrüchten, Reis, Backzutaten, Gewürzen, Tees und Süßigkeiten, Hygieneartikel und alles, was für einen müllarmen Lebensstil benötigt wird, beinhalten. Dazu zählen Rasierer aus Edelstahl, Seifen, Menstruationstassen genauso wie Behälter und Beutel zum unverpackten Einkaufen. Erste Kontakte zu Lieferant*innen gibt es bereits und der Unverpacktladen FLinse aus Düsseldorf-Flingern unterstützt mit Know-How.

Um das Vorhaben zu finanzieren, wurde bewusst die Unterstützung der Crowd, also der Menschenmenge, gewählt. Bei dieser Finanzierungsform kann ein frei wählbarer Betrag gespendet werden, so dass sich alle Interessierten nach ihren Möglichkeiten beteiligen können. Als Dankeschön sind neben Einkaufsgutscheinen über den Wert der Spende auch Dankeschön-Produkte aus dem geplanten Sortiment erhältlich. Erst, wenn das Finanzierungsziel von in diesem Fall 34.000 Euro erreicht ist, wird die Summe nach Nachweis der Gründer über die Unternehmensgründung und Verwendung ausgezahlt. Deutschlandweit sind bereits mehrere Unverpacktläden mit dieser Methode finanziert worden, das beste Beispiel ist Original Unverpackt aus Berlin, welche ihr Fundingziel zu 545% (kein Tippfehler!) erreichten und mittlerweile sogar die zweite Filiale eröffnen konnten. Außerdem laufen derzeit auch noch Finanzierungsphasen anderer Unverpacktläden in Deutschland, die ihr erstes Finanzierungsziel alle schon lange erreicht haben. Auch Local Ratingen hat ein zweites Finanzierungsziel von 55.000 Euro angegeben, welches neben der Inneneinrichtung des Ladens und dem ersten Warenbestand auch die Einrichtung der geplanten Gastronomie ermöglichen würde. Also: fleißig teilen und spenden!

Wir freuen uns über die neuen Netzwerkmitglieder und hoffen auf eine erfolgreiche Finanzierungsphase, damit verpackungsfreies und nachhaltiges Einkaufen in Ratingen in Zukunft für alle möglich ist. Wenn ihr die Gründer und ihr Vorhaben persönlich kennenlernen möchtet, habt ihr am 08. Mai um 19 Uhr die Möglichkeit dazu: Beim nächsten Vernetzungstreffen von Ratingen.nachhaltig im Jugendzentrum LUX werden sie sich und das Konzept vorstellen.