[Urban Gardening Update] Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost: Zweiter Bericht

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Hallo liebe GartenfreundeInnen,

das Wetter ist warm, der Sommer ist da und das Gemüse in unserem Gemeinschaftsgarten in Ratingen Ost wächst gut heran. Es ist Juli 2019 und für morgen sind Gewitter angesagt.

So langweilig das Wetter für die meisten ist, aber für Gärtner ist das sehr, sehr wichtig. Vor vielen Jahren habe ich meine Ausbildung zur Gärtnerin gemacht und schon im ersten Lehrjahr wurde in der Berufsschule Wetterkunde unterrichtet. Ja, jetzt lächeln viele, was man da für ein Zeug lernt… doch damals gab es keine WetterApp, nur ein Barometer, usw. Jetzt muss ich lachen, wie antiquiert sich das anhört.

Doch das Wetter und Klima bestimmt den Anbaurhythmus im Garten. Nicht der Gärnter bestimmt was im Garten gemacht wird, sondern Temperatur, Feuchtigkeit, Licht usw. Der Gärtner muss sich dem Garten sozusagen anpassen, nicht anders herum.

Für Gartenneulinge ist das manchmal schwer zu verstehen, aber es gibt z. B. bestimmte Zeitpunkte, an dem Pflanzen geschnitten werden müssen, um im kommenden Jahr reich zu tragen. Dann kann man nicht sagen, dass man das in drei Monaten Zeit hat, sondern es muss gemacht werden, wenn der Zeitpunkt da ist.

Um auf das Gewitter vom Anfang zurück zukommen, müssen wir hier schon genau beobachten, was passiert. Meist ist es vorher schwül, also hohe Luftfeuchtigkeit. Warm und Feuchtigkeit ist hervorragend als Voraussetzung für Pilzkrankheiten an Pflanzen. Bei Tomaten schleicht sich bei feuchter Witterung gerne die Braunfäule, die die Früchte verderben lässt, ein. Wir versuchen zwar resistente Sorte anzubauen, aber ein paar Vorsichtsmaßnahmen sind immer gut, z. B. Blätter entfernen, um für gute Belüftung der Tomaten sorgen.

Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost: Zweiter Beitrag von Sabine Kitschke auf Ratingen.nachhaltig
Ort des heutigen Hochbeets 2016 im Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost

Aber so weit sind wir noch nicht, bis jetzt ist alles gesund. Als Vorsichtsmaßnahme habe ich diese Woche auch ein paar Blätter von den Kürbissen weggemacht. Womit ich bei dem Thema bin, welches ich im letzten Bericht erwähnt hatte: Unser Hangbeet. So sah es 2016 aus, bei unserer ersten Begehung. Unterhalb dieses Hanges sollte ein Teil unserer Erdbeete entstehen, aber der hohe Knöterich musste weg, und was tun mit dem Hang? Die Idee war diesen Hang mit etwas zu bepflanzen, das Ranken bildet, die dann den Hang begrünen und es sollte natürlich Gemüse sein. Was ist da idealer als Kürbis?

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Heutiges Hang- und Erdbeet im Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost

Auf diesem Bild sieht man die Erdbeete, in denen auch ein weisser Topf steht. Im Vordergrund links ist der Hang, den wir mit Kürbissen bepflanzt haben. Gärtnerisch war das Jahr 2018 schwierig mit der Hitze und der Gießerei. Kürbisse brauchen viel Wasser und ich hätte es mit ja denken können: Einen Hang zu bewässern, in so einem heißen Jahr, ist sehr schwierig. Geerntet haben wir, aber leider nicht viel.

2019 sollte alles anders werden, vor allem einfacher, besonders das Gießen. In unserer Besprechung in Februar wurde festgelegt, daß der Hang Terrassen bekommen soll: Leicht begehbar und leichter zu gießen, ohne daß das Wasser wegläuft. Eisenstangen sollten das Gewicht halten und mit Holz die Terrassen gestützt.

Gesagt, getan: Die erste und unterste Terrasse wurde provisorisch gestützt und mit Erde aufgefüllt, gleichzeitig mit Komposterde gemischt, damit sich die Kürbispflanzen wohlfühlen. An dieser Stelle VIELEN DANK für die Komposterde: Danke an alle Mitarbeiter der kommunalen Dienste der Stadt Ratingen, die uns sehr unterstützen!

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Bau des Hangbeets im Gemeinscahftsgarten Ratingen Ost

Wir haben zwei Terrassen fertig und diese wurden am 18.05.2019 bepflanzt. Vorne eine Reihe Tomaten und dahinter die Kürbisse.

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Zwei fertige Terrassen des Hangbeets im Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost

Das ist jetzt fast zwei Monate her. Die Eisenstangen sind auch gesetzt und das hölzerne Provisorium hat ausgedient. Vielen Dank auch an Günther, Eigentümer eines Metallverarbeitenden Betriebes in Homberg für die großzügige Unterstützung. Im kommenden Jahr werden wir noch ein wenig Verbesserung anstreben und vielleicht noch eine Terrasse nach oben bauen. Das Wichtigste ist, daß die Pflanzen wachsen und uns eine schöne Ernte einbringen.

Und wer sich fragt, was denn die Tomaten machen, hier noch einige Bilder aus unserem Gemeinschaftsgarten:

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Tomatenpflanzen mit ersten Früchten im Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost

Kommt doch mal vorbei und besucht uns im Gemeinschaftsgarten Ratingen-Ost, Oststraße/ Ecke Fromeskothen. Kontakt: garten-ratingen-ost@web.de

Grüße aus dem Garten
Eure Sabine

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Suchbild mit drei Bienen im Gemeinschaftsgarten Ratingen Ost