Der Handabdruck als Gegenmodell zum Fußabdruck

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Onlinetools zur Ermittlung des CO2-Rucksacks, des ökologischen Rucksacks oder des Ressourcen-Rucksacks zeigen die negativen Auswirkungen der (zumeist westlichen) Konsummuster. Daraus resultieren die Ziele, Verhaltensmuster so zu korrigieren, dass die negativen Handlungswirkungen minimiert werden. Eine Aufgabe die, wie die meisten Zahlen und Indikatoren zeigen, derzeit nicht gelingt.

Nichtsdestotrotz sind die Handlungsdrücke für einen notwendigen Wandel vorhanden. Auch mit der derzeitgen eher desillusionierten Erkenntnisse, dass nicht erwartet werden kann eine kritische Masse zum kollektiven Handlungsumschwung zu bewegen, wird sich weiterhin mit kleinen Schritten vorangetastet.

Für diese kleinen Schritte ist langanhaltendes Engagement notwendig. Die Ermittlung der Fußabdrücke kann dabei eher lähmen, da dahinterstehende Handlungsaufgaben zu groß erscheinen. Kritiker und Kritikerinnen bemängeln zudem die schwache politische Anwendung der Fußabdrucks-Konzepte.

Um ein positives Narrativ zu schaffen, entwickelte das Centre for Environment Education (CEE) in Indien den Handprint, oder Handabdruck. Das Symbol der Hand wurde von der zehnjährigen Srija im Rahmen eines Nachhaltigkeitsprojektes entworfen und steht als Zeichen positiven Handelns. Es ist ein offnes Konzept, dass die Weiterentwicklung einer jeden Person ermöglicht. Z. B. nutzt Germanwatch den Handabdruck im Rahmen der nachhaltigen Bildungsarbeit und entwickelt den Handabdruck nach eignen Aussagen weiter.

Beim Konzept des Handabdrucks handelt es sich nicht um einen Onlinerechner, der nach individuellen Eingaben ein Ergebnis aufzeigt, sondern um ein Ermächtigungsinstrument der nachhaltigen Entwicklung sowie Transformation zu mehr Nachhaltigkeit

Wenn man zur Erkenntnis kommt, dass Strukturen aus Politik und Wirtschaft zukunftsfähige nachhaltige Handlungsweisen entschleunigen oder gar verhindern, ist der Hebel, genau diese Strukturen und politischen Ebene zu verändern. Das ist Handlungsansatz von Germanwatchs Handabdruck, Menschen durch nachhaltige Bildung auf verschiedenen Gesellschafts- und Einflussebenen zu bewegen an den notwendigen Schaltern und Hebeln zu stellen, Subventionsflüsse, Standards, Kostennachteile, Transparenz oder fehlende Infrastruktur zu hinterfragen, sich einzumischen, zu vernetzen, zu organisieren und identifizierte Fehlstellungen Richtung nachhaltige Transformation zu lenken. Umso mehr Menschen dabei mitmachen und sich engagieren, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Persönliche Motivation bei der Zusammenarbeit mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern gestärkt. Dafür kann man auf unterschiedlichsten Ebenen aktiv werden. In (Hoch)Schulen, am Arbeitsplatz, im eigenen Wohnviertel, im Verein, in der Kommune, in religiösen Gemeinschaften sowie auf Ebene des Landes, des Bundes und der EU. Das Hintergrundpapier von Germanwatch gibt dazu weitere Informationen zum Konzept des Handabdrucks und wie man sich selbst einbringen kann.

Titelbild: Germanwatch; bearbeitet von Norman Voigt