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Ratingen.nachhaltig veranstaltete am 28.09.2019 den Fairen Markt 2019 auf dem Kirchplatz von St. Peter und Paul

Faire Woche 2019 endet mit dem Fairen Markt

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Mit dem vom Ratingen.nachhaltig organisierten Fairen Markt enden die Fairen Wochen, während der in Ratingen viel passiert ist. Mit dem von Ratingen.nachhaltig gestalten Programmheft konnte jedoch stets der Überblick behalten werden.

Bundesweiter Schwerpunkt der diesjährigen Fairen Woche war das Thema Geschlechtergerechtigkeit, was in Ratingen am Beispiel der Textilproduktion behandelt wurde. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Ich mache Deine Kleidung! Die Starken Frauen aus Süd Ost Asien“, im Medienzentrum in Ratingen Mitte, gab Referentin Birgit Wilde vom Verein FEMNET während ihres Vortrags „Frauen in der Textilindustrie“ erschreckende Einblicke in diese. Es liegt noch sehr viel im Argen – gerade Frauen werden in der Kleidungsproduktion häufig ausgebeutet und arbeiten zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Das Textilmuseum Haus Cromford machte seine Geschichte zum Thema, indem die erste industrielle Textilfabrik auf dem europäischen Kontinent über die Textilproduktion im 18. Jahrhundert aufklärte, bei der Kinder- und Sklavenarbeit Alltag in der Wertschöpfungs- und Lieferkette von Baumwollprodukten waren. Mit einem Zeitsprung in die 1960er Jahre thematisierte das Industriemuseum gesellschaftskritisch den Konsumrausch und die Konsumkritik der 1968er.

Im Zusammenspiel verschiedener Weltläden-Initiativen aus den Ratinger Stadtteilen wurde für eine Woche der Weltladen Ratingen Mitte im evangelischen Pfarrbüro als Pop-Up-Store reaktiviert und von vielen Besuchern und Besucherinnen der Innenstadt sehr gut angenommen. Es bleibt zu hoffen, dass die Nachfrage den Weltladen Mitte in Zukunft wieder öffnen lässt. Dazu ist kontinuierlich ein vierköpfiger Personenkreis notwendig, der den Laden betreut. Bei Interesse kann Ratingen.nachhaltig gerne Kontakte herstellen.

Neben vielen weiteren Veranstaltungen, die hier nicht alle genannt werden können, die die faire Woche jedoch zudem gemacht haben, was sie am Ende war: Ein Erfolg; bildete der Faire Markt auf dem Kirchplatz von St. Peter und Paul den Abschluss der Fairen Wochen in Ratingen. Ziel von Ratingen.nachhaltig war es, nicht nur über faire Mode zu reden, sondern diese auch zeigen. Oftmals wird faire Mode unter „Wolle, öko, lang und schlabberig“ eingeordnet – ein total falsches Bild, wie die verschiedenen Aussteller*innen zeigten.

Faire Mode ist vielfältig und mittlerweile sehr zielgruppenspezifisch ausgerichtet. Jeder wird fündig. Zwar ist die Mode teurer als Kleidung von H&M, Zara oder (schlechtestes Beispiel) Primark; die Hersteller und Herstellerinnen fairer Mode legen bei ihren Kleidungsstücken jedoch Wert auf Qualität, faire Bedingungen in der Lieferkette, Umweltverträglichkeit und kurze sowie transparente Wertschöpfungsketten. Leider hat ein solcher Aufwand in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem finanzielle Nachteile, die sich im Preis niederschlagen. Zugleich muss man mit dem Mythos aufräumen, dass solche Kleidungsstücke überproportional teuer sind – das ist nicht der Fall.

Für den Fairen Markt konnten wir Yavana aus Düsseldorf, Lana Eco-Fashion aus Kaiserswerth, Róka Fair Clothing aus Duisburg und Das Gefairt aus Haan gewinnen. Leider war Das Gefairt wegen eines Defektes in der Werkstatt, was Wiebke Nauber, Besitzerin des Gefairts, dennoch nicht davon abhielt, als Ausstellerin teilzunehmen. Neben der angeboten Kleidung servierte die Ratinger Rösterei Rosendahl Kaffee und andere Spezialitäten und klärte über ihr transparentes und nachhaltiges Geschäftsmodell auf. Lena Steinhäuser, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, organisierte mit Ehrenamtlichen der Weltladen-Initiative einen Informationsstand zu ihrer Arbeit in der Fair Trade Town Ratingen. Ratingen.nachhaltig war mit einem großen Team vertreten, organisierte einen Infostand und einen Textildruck, der von Eva Gille liebvoll vorbereitete und betreut wurde. Kinder und Erwachsene hatten die Möglichkeit, einen Fair Trade-, Blauer Engel– und GOTS-zertifizierten Jutebeutel mit einem eigenen Design zu gestalten.

Ein großes Dankeschön geht außerdem an Café Bös. Alexander Bös stellte uns über sein Eventunternehmen Caab-event Pavillons, Tische und Sitzbänke kostenlos zur Verfügung. Ohne diese Unterstützung wäre der Faire Markt so nicht möglich gewesen.

Trotz anfänglichen starken Windes und zwischenzeitlicher Böen von über 50 Stundenkilometer ließen sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht abschrecken und waren am Ende sehr zufrieden. Wir bekamen viel Zuspruch und können hiermit versprechen, dass es etwas Ähnliches wieder geben wird. Wir freuen uns darauf, denn das Thema nachhaltige Kleidungsindustrie liegt uns sehr am Herzen und die derzeitige Situation der Kleidungsindustrie ist für Menschen und Umwelt nicht tragbar.

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